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Westweg – Wanderung 2018 Teil 9: Die 6. Etappe: Von Hark – Hausach

17 Jun

Nach der gestrigen frühen Ankunft am Etappenziel „Gasthof Hark“ konnte ich mich richtig gut regenerieren. Ich fühlte mich wieder frisch und kraftvoll. Ich würde behaupten, dass jetzt so langsam die Gewöhnungsphase eingesetzt hat und die bevorstehende kürzeste Etappe mich nicht schrecken konnte. Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg nach Hausach.

Die 16 km lange Wegstrecke hat keine zu großen Höhen, die überwunden werden müssen. Lediglich die letzten 2 km steht ein etwas steilerer Abstieg vor uns, um im Tal Hausach zu erreichen.
Bei strahlendem Sonnenschein und ca. 20 Grad Celcius im Schatten konnte die Regenjacke heute den ganzen Tag im Rucksack bleiben. Die Regenschutzhose, die ich bislang noch gar nicht gebraucht hatte verstaute ich im Gepäck, welches per Auto nach Hausach gebracht wurde.  Ebenso das Wechselshirt und die Ersatzstrümpfe. Auf geht’s….

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Vorbei an der Bergwiese, auf der die Rinder des Harkhofs grasen, führt der Westweg wieder in den Wald hinein. Um den Hundsrückenkopf und Regelskopf erreichten wir auch schon bald den Kreuzsattel und die sehr schön anzusehende Kreuzsattelhütte. Der angegliederte Spielplatz ist ein wahres Paradies für Kinder.

Bei der nächsten Wegkreuzung entschieden wir uns, den 6 km langen Umweg über den Brandenkopf und die Brandenkopfhütte nicht zu gehen und so folgten wir dem Westweg weiter in den dichten Wald. Vorbei am Hirzwasen (Hirz=althochdeutsch für Hirsch, Wasen = Wiese, Aue) erreichten wir auch schon bald die Hohenlochenhütte. Die auf einem Felsvorsprung gebaute Steinhütte lag romantisch vor uns und die Aussichtsterrasse ludt uns ein, den strahlenden Sonnenschein und das herrliche Panorama zu genießen. Die Fernsicht war optimal und der männliche Teil eines älteres Pärchens, welches hier ebenso eine Pause einlegte, erklärte bereitwillig, welche Gipfel uns umgeben und wo man gut Vespern und Rast machen kann.

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Genialer Ausblick von der Hohenlochenhütte

Die kleine Schutzhütte mit ovaler Dachform seitlich auf der Terrasse bietet ideale Voraussetzungen um Schutz vor Unwettern zu finden oder auch eine Nacht in der Natur zu verbringen.

 

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Stylische Schutzhütte an der Hohenlochenhütte

Dann führte uns der Weg weiter durch den Wald bis zum nächsten Tal, in dem umgeben von Obstwiesen der Käppelehof mit seiner Terrasse und ausgeklappten Sonnenschirme auf durstige Wanderer wartete. Toll, wie ruhig und schön diese Landschaft vor uns lag. Eine Pause wollten wir uns aber jetzt noch nicht gönnen und so tauchten wir wieder in den Wald hinein in Richtung Süden. Über terrassenartige Steintreppen, über die ein kleiner Strom Wasser talwärts floss, folgten wir dem Waldweg weiter zum Weißen Kreuz, einer Gedenkstätte des Nationalsozialismus.

 

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Weißes Kreuz

 

Dann verließen wir noch einmal den dichten Waldpfad. Neben dem Blick über eine schöne Wiesenlandschaft konnte man im Tal Wolfach erblicken, bevor die letzte Steigung des Tages angegangen wurde.
Am großen Stahl-Funkmessturm vorbei waren es nur noch wenige Meter bis uns ein schmaler Fußweg zum Gipfel des Spitzfelsens führte. Dieser geniale Ausblick auf das Kinzigtal mit den Orten Hausach und Wolfach entschädigte uns für die Mühen dieser Unternehmung. Es machte mich stolz, den Weg bis zu diesem Punkt gegangen zu sein. Die dauerhafte körperliche Belastung und die mentale Anspannung, diese auch täglich abzurufen, konnte ich in diesem Moment vergessen. Ein schönes Gefühl.

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Aussicht vom Spitzfelsen auf Hausach

 

Noch einmal wurden die Trinkreserven bemüht und ein Müsliriegel verspeist. Ein paar Fotos und eine kleine Videosequenz dieses Panoramas mussten auch in den Kasten bevor der steile Abstieg nach Hausach angegangen wurde.

Direkt unter dem Gipfel des Spitzfelsens lag eine große abschüssige Wiese, die von einer örtlichen Interessengemeinschaft zum Starten von Gleitschirm- und Drachenflieger genutzt wird. Es muss herrlich sein, von diesem Punkt wie ein Vogel abzuheben und die Kulisse von oben zu genießen.

Wir hatten im Gegenzug die nächsten 1700 m noch einmal mit Höchstbelastungen auf den Knien und Oberschenkeln, bevor wir die Brücke über die Kinzig in den Ort überqueren konnten. Freudig wurde ein Ankunftsfoto auf dem Bauwerk geschossen bevor wir uns um 14:30 Uhr nach 16 km in unserem Hotel „Zur Blume“ das erste Kaltgetränk von der Hopfenpflanze gönnten.

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Ankunft in Hausach auf dem Kinzigsteg

Nach dem Duschen und Umkleiden spazierten wir dann in den Ort um bei Schwarzwälder Kirschtorte und Eis die Kaffeezeit zu überbrücken. Das Vorhaben, unser Abendessen im Hotel einzunehmen, cancelten wir spontan beim vorbeischlendern am ehemaligen Gasthaus zum Löwen,  jetzt dem griechischen Restaurant „Akropolis“.  Der Biergarten und die Bachterrasse machten uns neugierig.

 

 

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Abendessen beim Griechen

Und wir wurden nicht enttäuscht. Ganz idyllisch sind am Bachlauf mehrere Terrassenabschnitte aufgebaut, die mit einer Brücke verbunden sind. In dieser gemütlichen Atmosphäre genossen wir die leckeren, großen Portionen aus der griechischen Küche. Das Essen und auch dieser Ort sind absolut empfehlenswert und mit Sicherheit werden wir hier wieder vorbeischauen, wenn wir in der Nähe sein sollten – spätestens im September beim 2. Teil der Westwegbegehung, die dann in Hausach startet.

 

Zur Dämmerung machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel, wo wir auf der bestuhlten Veranda noch ein Bierchen zum Abschluss tranken.

Die Heimreise traten wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück an. Mit der KONUS-KARTE (KOstenlose_NUtzung_von_buS_und_bahn), die man in den Beherbungsbetrieben beim Ausfüllen des Meldescheins bekommt, fuhren wir mit dem Zug vom Bahnhof Hausach über Freudenstadt und Hochdorf (b. Horb) zurück nach Pforzheim. Mit meinem Auto wurden wir vom Bahnhof abgeholt. Den Freund, bei dem das Auto parkte, setzte ich zu Hause ab bevor das Navi uns sicher nach Hause lotste.

Die Westwegwanderung war eine sehr schöne und eindrucksvolle Erfahrung. Eine Woche ohne die Alltagssorgen aktiv in der Natur zu sein, ohne die ständigen Einflüsse unserer medialen Umgebung. Das war wie eine Erholungskur. Ok, ich habe ein tägliches kurzes Telefonat zur Familie geführt – ansonsten blieb das Smartphone weitgehend, außer zur Fotodokumentation, in der Tasche.

Ich freue mich schon auf den Herbst…

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Verfasst von - 17. Juni 2018 in Wandern

 

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